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Hochhaus

42277 Wuppertal · Ausführung 2017 - 2018

PLZ / Ort

42277 Wuppertal

Strasse

Hilgershöhe

Warengruppe

Steinwolle-WDVS mit Putz

Objektgröße

3.000 m²

Firma

Maler- und Stuckateurbetrieb Meyer

Hilgershöhe 87
42277 Wuppertal

Ihr Ansprechpartner für Rückfragen

[Text: Kristine Meurer-Schröder, 2018]

Brandsicher und warm verpackt

Nach dem Brand am Grenfell Tower in London: HECK Wall Systems saniert Hochhausfassade in Wuppertal

Die Ursache klang banal, aber was dann passierte, zählt sicherlich zu den größten Tragödien im Wohnungsbau: Der verheerende Fassadenbrand am Grenfell Tower in London, bei dem am 14. Juni 2017 achtzig Menschen in den Flammen ihr Leben verloren. Schnell war klar, dass ein solches Unglück überall passieren kann. Derart gewarnt, schrillten auch in Deutschland die Alarmglocken, was die Behörden bei zahlreichen Gebäuden zu einer Neubewertung eventueller Brandschutzmängel veranlasste.

Nur zwei Wochen nach dem Fassadenbrand in London konnten 72 Bewohner eines Hochhauses in Wuppertal Hilgershöhe nur noch schnell das Nötigste zusammenpacken, mussten ihre Wohnungen unverzüglich verlassen und konnten erst zurückkehren, als die als leicht entflammbar eingestufte Fassadenverkleidung an ihrem Wohnhaus entfernt war.

Glück im Unglück: Nach Fertigstellung der Arbeiten genügt die neue Fassade nicht nur den aktuellen Brandschutz-Standards, sondern bietet gleichzeitig alle Vorteile eines rein mineralischen Wärmedämm-Verbundsystems.

Quartier Hilgershöhe
Das Quartier Hilgershöhe in Wuppertal entstand in den Jahren 1966 bis 1971 als reine Wohnsiedlung. Bei Häusern dieser Baujahre kamen standardmäßig Baumaterialien zum Einsatz, die aus heutiger Sicht teilweise gravierende Brandschutzmängel aufweisen. Auch die Fassade des Hochhauses in der Heinrich-Böll-Straße 200 war so gesehen „zeitgemäß“ mit Kunststoffpaneelen verkleidet, die auf einer Metallunterkonstruktion befestigt waren. Bis zur sechsten Etage ist dieses Gebäude aus Ziegelmauerwerk erbaut, die obere Hälfte wurde aus Kalksandstein gemauert. Insgesamt gibt es 11 Vollgeschosse mit einer Gesamthöhe von 30 Metern. Das Hochhaus mit 42 Sozialwohnungen ist Teil eines Gebäudekomplexes mit insgesamt 86 Wohneinheiten.

Schnelle Hilfe
Nach der Einstufung des Hochhauses Hilgershöhe durch die Stadt Wuppertal als nicht brandsicher, stimmte der Eigentümer und Investor, die Intown Property Management GmbH aus Berlin, den geforderten Sanierungsmaßnahmen zu, um das Haus so schnell wie möglich wieder bewohnbar zu machen. Nach der Evakuierung der Bewohner am 28. Juni 2017 geschahen der Rückbau und die Entsorgung der alten Kunststoff-Fassadenverkleidung bereits im darauf folgenden Monat, was den Hausbewohnern eine recht schnelle Rückkehr in ihre Wohnungen ermöglichte. HECK hatte dem Eigentümer zu diesem Zeitpunkt bereits konkrete Sanierungsvorschläge unterbreitet und Empfehlungen für die Vergabe diverser Fremdleistungen, z.B. Architekten, Vermesser und Fachhandwerker, ausgesprochen. Zudem wurden Richtkalkulationen erstellt. Dieser HECK-Service ist bei Objekten in derartiger Größenordnung gängige Praxis.

Rein mineralisch
Oberste Priorität hatte es, eine nicht brennbare Fassadenverkleidung für das Wuppertaler Hochhaus zu schaffen, damit sich im Notfall die Flammen nicht auf der Fassade ausbreiten und in das Gebäude gelangen können. Um allen Auflagen und dem erarbeiteten Sanierungskonzept zu entsprechen, entschied man, die 2050 Quadratmeter messende Hauptfassadenfläche mit einem rein mineralischen und damit nicht brennbaren HECK Wärmedämm-Verbundsystem auf Basis von Steinwolle-Putzträgerlamellen in einer Dicke von 160 mm zu versehen. Da das freigelegte Mauerwerk keine nennenswerten Beschädigungen aufwies, reichte es aus, dieses zunächst manuell zu reinigen, um lose Teile zu entfernen. Als bewährte Systemkomponente sorgt HECK K+A Klebe- und Armierungsmörtel für eine perfekte Haftung zwischen dem gut tragfähigen Untergrund und den Steinwolle-Putzträgerlamellen. Eine Verdübelung der Putzträgerlamellen war nicht notwendig, denn K+A Klebe- und Armierungsmörtel bietet auch bei großer Gebäudehöhe eine zuverlässige Standsicherheit des gesamten WDV-Systems. Auch als Armierungsmörtel kam HECK K+A anschließend zum Einsatz. Es folgten das Aufbringen des ebenfalls rein mineralischen, weißen Oberputzes HECK Strukturputz in drei Millimeter Dicke, und abschließend ein zweimaliger Schlussanstrich mit diffusionsoffener, wasserabweisender HECK Siliconharzfarbe, die zusätzlich Schutz gegen Algen- und Pilzbefall bietet.

Herausforderung Logistik
Auch an den Wandflächen der Loggien, die eine Fläche von 900 Quadratmetern ausmachen, fiel die Wahl auf ein nicht brennbares HECK WDVS, basierend auf der beidseitig beschichteten Steinwolle-Putzträgerplatte HECK Coverrock in einer Dicke von 80 mm. Durch ihre beidseitige Beschichtung bietet diese Dämmplatte, über alle positiven Eigenschaften eines rein mineralischen Dämmsystems hinaus, eine hervorragende Putzhaftung und ist besonders einfach zu verdübeln. Die fachgerechte Ausführung sämtlicher Fassadenarbeiten begleitete stets ein HECK-Fachberater.

„Eine Baustelle dieser Größenordnung und Höhe ist natürlich nicht alltäglich“, erklärt Stephan Meyer, Inhaber und Geschäftsführer des ausführenden Wuppertaler Maler- und Stuckateurbetriebs, der im Oktober 2017 mit dem Anbringen des Wärmedämm-Verbundsystems beginnen konnte. „Eine besondere Herausforderung stellt die Logistik dar. Das heißt, schneller Materialnachschub muss gewährleitet sein, damit die Arbeiten zügig vorangehen. Die Dämmplatten beispielsweise haben wir mit Radladern rund um das Haus verteilt und anschließend mit Seilwinden und Schrägaufzügen nach oben gebracht“, so Meyer.

Im Zuge der Fassadenarbeiten erhielt das Wuppertaler Hochhaus auch neue Aluminiumfensterbänke sowie Verkleidungen an den Loggien. Die Fallrohre mussten außerdem nach vorne versetzt werden, da sich durch das Wärmedämmverbundsystem der Abstand zur Hauswand vergrößert hat.

Nachgerüstet
Auch im Gebäudeinnern musste für deutlich mehr Brandschutz gesorgt werden. „Vieles, was im Jahre 1967 als nicht notwendig erachtet wurde oder nicht bekannt war, galt es gemäß dem erstellten Brandschaubericht im Rahmen dieser Sanierungsmaßnahme nachzurüsten“, erklärt Michael Becker, Bauleiter der Intown Property Management GmbH. In den Fluren wurden die Brandschutztüren erneuert. Der Keller erhielt erstmalig Brandschutztüren, mit deren Hilfe im Notfall Schleusen gebildet werden, um ein Feuer besser eindämmen, kontrollieren und schneller bekämpfen zu können. Hinzu kamen die Neuinstallation von Brandmeldeanlagen sowie die brandtechnische Abschottung von Elektrounterverteilungen. Eine neue Konzeption von Fluchtwegpiktogrammen gehörte ebenso zu den geforderten Brandschutzmaßnahmen, wie die Erneuerung des Feuerwehreinsatzplans und der Fluchtwegrettungspläne.

Bei allen Unannehmlichkeiten
Die Bewohner des Wuppertaler Hochhauses leben nach Abschluss der Bauarbeiten nicht nur in einem „Rundum-Sorglos-Paket“, was zuverlässigen Brandschutz angeht. Die hier eingesetzten, rein mineralischen HECK MW Fassadendämmsysteme sind belastbar, sorgen für erhebliche Energieersparnis und deutlich verbessertes Raumklima. Auch schallabsorbierende Eigenschaften gibt es frei Haus dazu.

Die Zertifizierung der mineralischen HECK MW Dämmsysteme mit dem Umweltsiegel „Blauer Engel“ bestätigt einmal mehr die höchsten Ansprüche an diese Produktsysteme hinsichtlich Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz sowie Wohngesundheit.

[Text: Kristine Meurer-Schröder, 2018]

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