
17.09.2009


Dieser Artikel zum Thema "Sanierputze" erschien in der Fachzeitschrift "Malerblatt" - Ausgabe 5/2009 - unter der Rubrik Aus- & Weiterbildung, Seite 70/71
Die Sanierung von feuchte- und salzgeschädigter Bausubstanz ist komplex. Sanierputze sind fester Bestandteil in diesem Bereich der Bauwerksinstandsetzung.
Wirkungsweise von Sanierputz
Die meisten mineralischen Baustoffe wie z. B. Ziegelmauerwerk, sind mehr oder weniger kapillar leitfähig. Kommen diese Baustoffe wegen defekter oder nicht vorhandener Abdichtung eines Gebäudes mit Wasser in Berührung, wird dieses in den Porenraum aufgesaugt. Wasser führt in der Natur Verunreinigungen wie Salze mit sich. Über die Jahre reichern die Salze sich im Mauerwerk an. Die Feuchte- und Salzbelastungen führen durch Kristallisationsvorgänge, die unter Volumenzunahme stattfinden, zu Schädigungen der Baustoffoberfläche, vorwiegend in den Verdunstungsbereichen. Als Schadensbilder sind feuchte Flecken, Ausblühungen und Abplatzungen zu sehen.
Herkömmliche Putze wie Kalk- oder Kalkzementputze fallen unter die Kategorie kapillar leitfähiger mineralischer Baustoffe und unterliegen somit den beschriebenen Schadensmechanismen. Durch fachgerecht geplante und ausgeführte Sanierputzsysteme sowie begleitende Maßnahmen zum konstruktiven und technologischen Feuchteschutz kann man die meisten dieser Problemfälle in den Griff bekommen.
Sanierputze weisen besondere Eigenschaften auf, die die Zerstörung des Putzes verhindern. Sie zeichnen sich durch eine hohe Porosität und Wasserdampfdurchlässigkeit bei gleichzeitig verminderter kapillarer Leitfähigkeit aus. Die verminderte kapillare Leitfähigkeit, d. h. die Wasserabweisung, verhindert, dass das Wasser die Sanierputzoberfläche in flüssiger Form erreicht. Es verdunstet bereits im unteren Sanierputzquerschnitt. Als Folge kristallisieren die Salze auch hier. Die Porengeometrie muss so gestaltet werden, dass auch nach langer Zeit keine Trocknungsblockade infolge von Salzeinlagerungen eintritt. Die Porengeometrie ist auch dafür verantwortlich, dass durch Salzeinlagerungen keine Putzzerstörungen eintreten. Da das „Kristallwachstum“ ungehindert im ausreichend zur Verfügung stehenden Porengefüge stattfinden kann, laufen die Prozesse ab, ohne Schäden anzurichten. Der Sanierputz bleibt schadensfrei.
Wesentliche Voraussetzungen für den Erfolg einer Instandsetzungsmaßnahme mit Sanierputzsystemen sind die fachgerechte Bewertung der vorhandenen Bausubstanz und das Erkennen der Schadensursachen. Empfehlungen für Voruntersuchungen am Bauwerk sind im WTA-Merkblatt 4-5-99/D „Beurteilung von Mauerwerk – Mauerwerksdiagnostik“ dokumentiert.
PRAXISPLUS
Im WTA-Merkblatt 2-9-04/D sind die technischen Anforderungen an Sanierputzsysteme und Prüfkriterien beschrieben, die die Mindestanforderungen darstellen. Den Herstellern ist damit ein Qualitätsstandard vorgegeben. Sanierputz-WTA, Grundputz-WTA und ggf. Spritzbewurf müssen gemäß WTA-Merkblatt einer ständigen werkseitigen Produktionskontrolle und einer Fremdüberwachung unterliegen.
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